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Warum gutes Branding mehr ist als ein Logo

Branding5 Min. Lesezeit

Decken Sie bei einer starken Marke das Logo ab — meist erkennen Sie das Unternehmen trotzdem. Das ist kein Zufall, und es ist nicht das Logo, das die Arbeit macht.

Was Sie erkennen, ist das System: eine konsequent eingesetzte Schrift, ein bestimmter Bildschnitt, eine Farbe, die immer dieselbe Rolle spielt, ein Ton, der zwischen Stellenanzeige und Produktseite nicht wechselt.

Was ein Logo kann — und was nicht

Ein Logo ist eine Kennzeichnung. Seine Aufgabe ist es, unterscheidbar zu sein, in kleinen Größen lesbar zu bleiben und überall zu funktionieren — vom Favicon bis zur Fahrzeugbeschriftung. Das ist eine echte Aufgabe, und ein schlechtes Logo kostet tatsächlich.

Ein Logo kann aber nicht dafür sorgen, dass Ihr Angebot wie Ihre Website aussieht, dass Ihr Team Präsentationen nicht jedes Mal neu baut oder dass ein Kunde versteht, was für ein Unternehmen Sie sind. Das sind Systemfragen — eine hübschere Kennzeichnung löst sie nicht.

Die Teile, die Wiedererkennung erzeugen

Wiedererkennung entsteht durch Wiederholung. Jedes der folgenden Elemente wird einmal entschieden und dann wiederholt — genau diese Wiederholung, nicht Neuheit, lässt eine Marke etabliert wirken.

  • Typografie — nach der Farbe meist das stärkste Erkennungsmerkmal
  • Ein Farbsystem mit definierten Rollen, nicht nur eine Palette
  • Layout- und Abstandsregeln, die allem denselben Rhythmus geben
  • Art Direction: wie fotografiert, geschnitten und bearbeitet wird
  • Tonalität — einschließlich dessen, was Sie nie sagen
  • Vorlagen, damit das System den Arbeitsalltag übersteht

Warum Brand Guidelines meist scheitern

Die meisten Guideline-Dokumente sind zum Bewundern geschrieben, nicht zum Benutzen. Vierzig Seiten Philosophie, drei Seiten Regeln — und keine Antwort auf die Frage, die donnerstags um 16 Uhr wirklich ansteht: Welche Schrift nehme ich in dieser Folie, und wie groß?

Guidelines, die genutzt werden, sind kurz, konkret und kommen mit fertigen Vorlagen. Wenn das Befolgen der Regeln länger dauert als das Ignorieren, werden sie ignoriert — daran ändert auch interne Kommunikation nichts.

Womit anfangen, wenn das Budget begrenzt ist

Beginnen Sie bei dem, was Kunden am häufigsten sehen — nicht bei dem, was am meisten Lust auf Redesign macht. Für die meisten Unternehmen sind das die Website, das Angebotsdokument und was per E-Mail rausgeht, in dieser Reihenfolge.

Bringen Sie Typografie und Abstände in diesen drei Dingen in Ordnung und wenden Sie eine einheitliche Bildbehandlung an: Damit erreichen Sie den größten Teil der sichtbaren Wirkung eines Rebrands zu einem Bruchteil der Kosten. Das Logo kann warten.

Wenn Ihre Marke in jedem Dokument anders aussieht, ist die Lösung meist ein System und kein Redesign. Das ist ein kleineres und günstigeres Projekt, als die meisten erwarten.

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